Stadtbüro Friedrich-Ebert-Straße im Interview

Die Friedrich-Ebert-Straße gehört zu den zentrumsnahen klassischen Einkaufsstraßen Kassels mit einer langen Tradition und einer Vielzahl inhabergeführter Läden. Ein reiches Dienstleistungsangebot hat sich über viele Jahre in den oberen Etagen des gesamten Quartiers etabliert. Die Friedrich-Ebert-Straße gehört zu den lebendigsten und in weiten Strecken attraktivsten Einkaufsstraßen Kassels.

Bis 2015 soll mithilfe geplanter Umbauten und Umgestaltungen das Quartier Friedrich-Ebert-Straße weiter aufgewertet werden.

Am 14. April 2011 wurde das Stadtbüro in der Friedrich-Ebert-Straße 32-34 eröffnet. Das Magazin MORITZ sprach mit Sarah Philipp und Simone Mäckler, die das Management für die Friedrich-Ebert-Straße betreiben. Das Stadtbüro ist eine Koordinations- und Ansprechstelle bei Fragen rund um die Friedrich-Ebert-Straße.

Moritz: Warum wurde ein Stadtbüro gerade in der Friedrich-Ebert-Straße eingerichtet?
Stadtbüro: Die Friedrich-Ebert-Straße ist die Hauptachse des ausgewiesenen Fördergebietes. Deswegen war es von vornherein der Wunsch hier mit dem Büro ansässig zu sein. Die Lage im östlichen Teil ergibt sich auch daraus, dass sich in diesem Teil des Quartiers aus unserer Sicht der meiste Handlungsbedarf ergeben wird.

Das Stadtbüro kooperiert mit vielen Partner, Institutionen etc. Welche sind dies und wie sind die Aufgaben verteilt?
Mit den einzelnen Akteuren im Quartier zusammenzuarbeiten und die Arbeit insgesamt zu koordinieren und zu vernetzen ist eine der Hauptaufgaben des Stadtbüros. Eine klare Aufgabenteilung gibt es dabei nicht: Es kommt vielmehr darauf an situationsbezogen zusammenzuarbeiten, je nach dem, was gerade ansteht. Beispielsweise genannt werden können aber Kooperationen mit verschiedenen Einzelhändlergemeinschaften oder der Industrie- und Handelskammer, wenn es zum Beispiel um das Thema „Baustelle“ in der Straße geht.

Welche Aufgaben hat das STADTBÜRO und wo liegen die Prioritäten, Handlungsfelder? Welche Aufgaben empfinden sie als besonders sinnvoll und für das Projekt bereichernd?
Die Handlungsfelder ergeben sich aus dem sog. „Integrierten Handlunsgkonzept“, das für das Fördergebiet in einem breiten öffentlichen Beteiligungsverfahren erarbeitet wurde und insgesamt über 40 Einzelmaßnahmen umfasst. Diese Maßnahmen beschreiben verschiedene Themenfelder aus den Bereichen Wohnen, Einzelhandel, Gastronomie, Kultur, Bildung, Stadtgestaltung, Verkehr, Freiraum und Quartiersimage. Dabei legt Frau Mäckler als Architektin eher den Schwerpunkt auf den baulichen Maßnahmen und die Wohnumfeldverbesserung im Quartier und Frau Philipp kümmert sich vorzugsweise um den Einzelhandel und das Image bzw. die Öffentlichkeitsarbeit.

Sie stehen im Kontakt mit vielen Menschen des Quartiers Friedrich-Ebert-Straße. Was sind die Wünsche dieser Menschen und der Besucher des Quartier? Wo sehen sie noch Lücken, die es zu schließen gilt?
Grundsätzlich kann man sagen, dass es sich um ein Quartier handelt, das zwar hier und da Schwächen zeigt, insgesamt aber ein funktionierendes Quartier ist. Man findet hier sehr viel bürgerschaftliches Engagement und man hat das Gefühl, dass die Leute gern hier wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Bestimmendes Thema ist momentan natürlich die Baustelle, die sowohl Gewerbetreibenden als auch Anwohnern Sorgen bereitet. Hier ist es unsere Aufgabe die Leute regelmäßig zu informieren und bei Bedarf Hilfestellungen anzubieten. Auch das Thema Nahversorgung spielt eine wichtige Rolle. Für die Entwicklung der Straße ist es wichtig, dass man auch in Zukunft noch fußläufig einkaufen gehen kann.

Was sind die Wünsche des Einzelhandels und wie muss man sich diese Zusammenrbeit mit dem Einzelnandel vorstellen? Wie setzen sie diese Wünsche um?
Wichtig für uns ist es, sich regelmäßig mit den Einzelhändlern auszutauschen, um frühzeitig zu erfahren, was sie bewegt und wo es Probleme gibt. Dies kann sowohl in formellen Diskussionsrunden, als auch in Einzelgesprächen passieren. Ein wichtiges Projekt im Moment ist der Aufbau einer sog. Leerstandsbörse im Internet, mit der wir helfen wollen, Angebot und Nachfrage im Quartier schneller zusammenzubringen. Den leerstehenden Ladenlokalen in der Straße stehen nämlich eine ganze Menge an Anfragen an unser Büro gegenüber von Leuten, die im Quartier auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für verschiedene Geschäftsideen sind. Ansonsten unterstützen wir die Einzelhändler so gut es geht, bei öffentlichkeitswirksamen Aktionen, wie Straßenfesten etc. und sind vor allem jetzt in der Baustellenzeit im stetigen Austausch mit ihnen.

Ein Einzelhandelsquartier lebt vom Branchenmix. Wo sehen Sie noch Lücken oder interessante Felder, beispielsweise für Existenzgründer?
Der Branchenmix in der Straße ist schon sehr beachtlich. Ein speziell fehlendes Angebot ist uns nicht aufgefallen. Das Quartier lebt davon, dass stetig Menschen mit innovativen Ideen, den Mut haben sich hier niederzulassen.

Was sind ihre Wünsche für die Zukunft der Friedrich-Ebert-Straße?
Zunächst einmal hoffen wir, dass die Akteure im Quartier unser Angebot weiterhin so gut annehmen und so engagiert mit uns als Stadtbüro zusammenarbeiten, wie es bisher der Fall ist. Wenn wir in den nächsten Jahren gemeinsam mit allen Beteiligten die verschiedenen Ziele und Maßnahmen, so wie sie im Rahmen des Handlungskonzeptes beschrieben sind, Stück für Stück umsetzen können, wird die Friedrich-Ebert-Straße und der Kernbereich im Kasseler Stadtbild mit Sicherheit eine ganz besondere und wichtige Stellung einnehmen.

Quelle: www.moritz-kassel.de

Stadtbüro: www.friedrich-ebert-strasse.net