Rund 3,5 Mio. Euro für den Umbau der Goethestraße in Kassel

Es ist nicht zu übersehen: Die Stadt Kassel baut die Goethestraße zwischen Friedrich-Ebert- und Germaniastraße sowie im weiteren Verlauf die Germaniastraße bis zur Herkulesstraße aus.

„Bei dieser Maßnahme unterstützen wir die Stadt gerne, zumal es sich um ein außergewöhnliches Projekt handelt, bei dem städtebauliche und verkehrstechnische Belange optimal verknüpft sind" Das sagte Verkehrsminister Florian Rentsch anlässlich des Versands des Förderbescheides über 3.584.000 Euro an die Stadt Kassel. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 9.724.000 Euro.

Der Bereich Goethe- und Germaniastraße bildet mit der Friedrich-Ebert-Straße eine zentrale Achse im Stadtteil Vorderer Westen mit attraktiven Wohn- und Geschäftslagen und einer Bebauung aus der Gründerzeit und den 1950-er Jahren. Das Viertel befindet sich auch in dem Städtebauförderprogramm „Aktive Kernbereiche“.

Goethestraße in Kassel

Der Stadtteil wird aufgewertet

Neben der Aufwertung des Stadtteils insgesamt, werden auch verkehrliche Mängel beseitigt, wie zum Beispiel der ungenügende Deckenaufbau der Fahrbahn und der Gehwege sowie die fehlende Barrierefreiheit an den Haltestellen. Die Ausbauplanungen sehen eine gemeinsame Verkehrsfläche für den motorisierten Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr – Busse und Straßenbahnen – vor. Aufgrund signaltechnischer Bevorrechtigung kann die Tram den Streckenabschnitt aber weiterhin zügig durchfahren.

Eine breite Promenade

Der gewonnene Platz wird für die Aufteilung auf Radwege, Parkstreifen und Gehwege genutzt. In Anlehnung an die historische Situation wird auf der Nordseite der Straße eine breite Promenade angelegt, auf der auch der Radverkehr in beiden Richtungen geführt wird. "Diese Art der Straßenraumaufteilung hat einen Vorzeigecharakter auch für andere Großstädte in Deutschland mit Gründerzeitbebauung. Sie ist funktional durchdacht und fair für alle Verkehrsteilnehmer. Eingebettet in Baumreihen und durch einen Grünstreifen abgeschirmt vom Autoverkehr, wird das Zufußgehen und Radfahren wieder zum Erlebnis", sagte Rentsch. Die stark genutzte Radverkehrsachse Vorderer Westen – Innenstadt – Universität wird auf diesem Abschnitt deutlich attraktiver.

Verbesserung der Verkehrssicherheit

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wird die Kreuzung Goethestraße/ Querallee vollständig mit Lichtsignalanlagen ausgerüstet. In Höhe der Lassalle-, Olga- und Murhardstraße sind jeweils Fußgängerampeln geplant.

Die Haltestelle "Querallee" der Straßenbahnlinie 7 wird von der Kasseler Verkehrsgesellschaft barrierefrei ausgebaut und mit neuen Fahrgastwartehallen und dynamischen Fahrgastinformationstafeln ausgestattet. Auch die Bushaltestellen werden modernisiert.

Auf Grundlage eines vorläufigen Zuwendungsbescheids konnten die Bauarbeiten bereits Anfang 2012 beginnen. Mittlerweile ist die Südseite der Goethestraße neu gestaltet und für den Verkehr freigegeben. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im November 2013 abgeschlossen sein.